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title: "Bahnhöfe in München: welchen Sie brauchen"
date: 2026-06-20
author: "Johan E. Johansson"
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# Bahnhöfe in München: welchen Sie brauchen

München hat einen Hauptbahnhof. Für fast jede Fernreise ist das München Hauptbahnhof, meist München Hbf oder auch Munich Hbf genannt. Zwei Nebenbahnhöfe sind nur in bestimmten Fällen wichtig. Eine Sache sollten Sie vor der Planung wissen: Der Flughafen München hat 2026 keine schnelle direkte Bahnverbindung in die Innenstadt. Die S-Bahn braucht etwa 40 Minuten.

## München Hbf: der Hauptbahnhof für fast alle Fernzüge

Für ICE, Railjet, EuroCity, Nightjet und die meisten Intercity-Verbindungen ist München Hbf der richtige Bahnhof. Die Hochgeschwindigkeitszüge der Deutschen Bahn nach Berlin, Hamburg und Frankfurt fahren hier ab. Das gilt auch für ÖBB-Railjets nach Wien und Budapest, EuroCity-Züge nach Zürich und Nightjet-Schlafwagenzüge nach Rom und weiter. Buchen Sie Hbf, und Sie liegen in den allermeisten Fällen richtig.

Der Bahnhof ist ein Kopfbahnhof. Züge fahren also in die Halle hinein und in derselben Richtung wieder hinaus. Praktisch heißt das: Zwischen Querbahnsteig und Gleisen gibt es keine Bahnsteigsperren, und alles liegt flach. Umsteigen mit Gepäck ist deshalb vergleichsweise einfach. Prüfen Sie trotzdem die Abfahrtstafel für Ihr Gleis, statt anzunehmen, wo Ihr Zug stehen wird.

Nicht alle Züge nutzen die Haupthalle. München Hbf hat vier klar getrennte Bahnsteigbereiche. Wenn Sie wissen, welchen Bereich Ihr Zug nutzt, vermeiden Sie einen unnötigen Sprint kurz vor der Abfahrt.

BahnsteiggruppeWas dort fährtPraktischer Hinweis1-2 (unterirdisch)Nur S-Bahn, einschließlich Flughafenlinien S1 und S8Rolltreppen nach unten nahe Gleis 26; den Schildern zur S-Bahn tief folgen5-10 (Holzkirchner Flügelbahnhof)BRB Meridian nach Salzburg, Westbahn nach Wien, einige RailjetsSüdlich entlang Gleis 11 gehen; etwa 150 m von der Haupthalle11-26 (Haupthalle)ICE, IC, EC, die meisten Railjets, Nightjet, internationale ZügeDirekt am Querbahnsteig der Haupthalle27-36 (Starnberger Flügelbahnhof)EC nach Zürich, oft hier; Regionalzüge nach Garmisch und über die landschaftlich reizvolle Innsbruck-StreckeNördlich entlang Gleis 26 gehen; etwa 150 m von der HaupthalleEine Besonderheit 2026: Der Bahnhof wird umgebaut. Die Haupthalle ist enger als früher, weil die Bauarbeiten den Bereich hinter den Prellböcken erreicht haben. Der wichtigste Zugang läuft über Seitenausgänge auf beiden Gebäudeseiten. Das DB-Reisezentrum liegt am südlichen Ende gegenüber von Gleis 10. Der Bahnhof ist weiterhin gut nutzbar, aber nicht die weite offene Halle, die Sie vielleicht erwarten.

Der Marienplatz, Münchens zentraler Platz, liegt etwa 1,3 km vom Nordausgang entfernt. Zu Fuß brauchen Sie rund 15 Minuten durch eine Fußgängerzone.

## München Ost: der Bahnhof für einige Nachtzüge

Die meisten Reisenden brauchen München Ost nie. Wichtig wird der Bahnhof vor allem, wenn Ihr Nightjet nicht am Hauptbahnhof hält.

Die Nightjet-Züge zwischen Paris und Wien sowie zwischen Brüssel und Wien umgehen München Hbf, damit sie nicht die Fahrtrichtung wechseln müssen. Sie halten stattdessen in München Ost. Auch der Nachtzug, der Stuttgart mit Venedig, Budapest und Zagreb verbindet, nutzt Ost. Wenn Ihr Nightjet in Paris oder Brüssel beginnt oder endet, prüfen Sie Ihr Ticket vor der Reise. Dort steht klar München Hbf oder München Ost. Die beiden Bahnhöfe liegen nicht direkt nebeneinander.

Der Wechsel zwischen beiden Bahnhöfen ist einfach. Die S-Bahn-Linien S1, S2, S3, S4, S6, S7 und S8 fahren von München Ost in 8 Minuten zum Hauptbahnhof. Die Züge fahren häufig. Am Hauptbahnhof steigen Sie an den unterirdischen Gleisen 1 und 2 ein, in München Ost an den Gleisen 1, 2 oder 3.

München Ost ist funktional, aber schlicht. Es gibt ein Reisezentrum, einige Essensangebote und Münzschließfächer in der Unterführung. Für langes Warten ist es nicht der angenehmste Bahnhof.

## München-Pasing: der nützliche Halt für Reisen nach Westen

München-Pasing liegt im Westen der Stadt und wird von vielen ICE- und IC-Zügen zwischen München, Augsburg, Stuttgart und weiteren Zielen im Westen bedient. Die meisten Besucher sollten trotzdem bis München Hbf fahren. Pasing ist vor allem in zwei Fällen sinnvoll: wenn Ihr Hotel im Westen Münchens liegt oder wenn Sie von oder nach Augsburg umsteigen, ohne in die Innenstadt zu müssen.

Prüfen Sie den DB-Fahrplan für Ihre konkrete Verbindung. Wenn Pasing als Halt erscheint, ist es eine echte Alternative. Die Züge fahren von Pasing in wenigen Minuten weiter zum Hauptbahnhof. Sie sind also nicht gestrandet, wenn Sie versehentlich weiterfahren.

## Mit dem Zug vom Zentrum zum Flughafen München

Der Flughafen München (MUC) hat keine direkte Expressbahn in die Stadt. Das überrascht viele Reisende, die eine Verbindung wie in Frankfurt erwarten, wo ICE-Züge direkt am Flughafen halten. In München ist das anders. Die Verbindung ist die S-Bahn, und sie braucht etwa 40 Minuten.

Zwei S-Bahn-Linien fahren zum Flughafen: S1 und S8. Beide starten am Hauptbahnhof an den unterirdischen Gleisen 1 und 2 nahe dem nördlichen Ende der Haupthalle. Die S8 fährt über den Ostbahnhof und ist meist etwas schneller; die S1 nimmt eine andere Strecke über Feldmoching. Beide Linien bringen Sie zum Terminal.

Ein Bayern-Ticket gilt für die S-Bahn-Fahrt zum Flughafen. Ohne Bayern-Ticket kaufen Sie an den Automaten am Bahnsteig ein MVV-Zonenticket. Prüfen Sie die Echtzeitabfahrten im MVV-Routenplaner unter mvv-muenchen.de, weil die S-Bahn-Takte je nach Tageszeit variieren.

Planen Sie 40 bis 45 Minuten ein. Für frühe Abflüge sollten Sie zusätzlichen Puffer lassen, weil die S-Bahn am frühen Morgen seltener fahren kann.

## Betreiber und Züge am München Hbf

Mehrere Bahngesellschaften nutzen München Hbf. Vor der Buchung den richtigen Betreiber zu erkennen, ist hier der Punkt, der Reisende am ehesten durcheinanderbringt.

Die Deutsche Bahn (DB) ist der wichtigste Betreiber. Ihre ICE-Züge bedienen Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln und Nürnberg. Die DB fährt außerdem IC- und EuroCity-Züge, darunter die EC-Verbindungen nach Zürich.

ÖBB, die Österreichischen Bundesbahnen, betreiben Railjet-Züge von München nach Wien und Budapest mit Halten in Salzburg, Linz und Wien Hauptbahnhof. ÖBB fährt außerdem Nightjet-Nachtzüge von München zu Zielen wie Wien, Rom und anderen europäischen Städten. Interrail- und Eurail-Pässe gelten in ÖBB-Zügen.

Westbahn ist ein privater österreichischer Betreiber mit eigenen Zügen zwischen München, Salzburg und Wien. Das ist nicht dasselbe Angebot wie ÖBB und nutzt nicht das DB-Ticketsystem. Interrail- und Eurail-Pässe gelten nicht bei Westbahn. Wenn Sie einen Pass haben, ist Westbahn nur eine Option, wenn Sie ein separates Westbahn-Ticket auf westbahn.at oder am Bahnhof kaufen. Westbahn-Züge fahren an den Gleisen 5 bis 10 im Holzkirchner Flügelbahnhof südlich der Haupthalle ab.

BRB (Bayerische Regiobahn) fährt die Meridian-Regionalzüge zwischen München Hbf und Salzburg über Rosenheim. Das sind Regionalzüge, keine Hochgeschwindigkeitszüge, mit Fahrzeiten von etwa 1 Stunde 30 Minuten bis 1 Stunde 45 Minuten. Sie nutzen die Gleise 5 bis 10. Das Bayern-Ticket gilt, weshalb BRB für Tagesausflüge nach Salzburg beliebt ist.

BOB (Bayerische Oberlandbahn) fährt Regionalzüge von München Hbf Richtung Holzkirchen, Tegernsee, Miesbach und Bayrischzell. Wenn Sie einen Tagesausflug ins bayerische Seen- und Voralpenland planen, ist BOB der Name, nach dem Sie suchen sollten. Das Bayern-Ticket gilt auch hier.

## Reservierungen, Bahnpässe und das Bayern-Ticket

Die Reservierungsregeln hängen vom Zugtyp ab. In München ist dieser Unterschied wichtiger als auf vielen anderen europäischen Bahnstrecken.

In ICE-Zügen sind Reservierungen optional. Sie können ohne Reservierung einsteigen. Auf stark nachgefragten Strecken nach Berlin und Frankfurt lohnt sich eine Sitzplatzreservierung in Reisezeiten mit hoher Auslastung trotzdem.

Auch ÖBB-Railjets nach Wien verlangen auf den meisten Abfahrten keine Reservierung. Prüfen Sie immer den konkreten Zug, weil Regeln je nach Verbindung abweichen können.

Nightjet-Züge sind anders. Eine Reservierung ist Pflicht und kommt zusätzlich zu Ihrem Interrail- oder Eurail-Pass. Der Pass deckt den Reisetag ab; für Sitzplatz, Liegewagen oder Schlafwagen brauchen Sie trotzdem eine Nightjet-Reservierung. Buchen Sie so früh wie möglich, wenn Sie einen Liege- oder Schlafwagenplatz möchten. Diese Plätze sind auf beliebten Verbindungen früher ausverkauft als Sitzplätze. München-Rom und München-Paris gehören zu den besonders gefragten Strecken.

Das Bayern-Ticket ist ein regionaler Tagespass für S-Bahn, RE, RB, BRB und BOB in Bayern. Es deckt die S-Bahn zum Flughafen und den BRB-Regionalzug nach Salzburg ab. Es gilt nicht in ICE, IC, EC oder Railjet. Wenn Sie mit einem schnellen DB- oder ÖBB-Zug nach Salzburg fahren möchten, brauchen Sie dafür ein eigenes Ticket, auch wenn Sie schon ein Bayern-Ticket haben.

Interrail- und Eurail-Pässe gelten bei DB, ÖBB und BRB. Bei Westbahn gelten sie nicht. Besonders auf der Achse München-Wien sollten Sie vor dem Einsteigen prüfen, welcher Betreiber Ihren konkreten Zug fährt.